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Grundsicherung (Bürgergeld-Reform)

Bundestag, 5. März 2026
Namentliche Abstimmung · Drucksachen 21/3541, 21/4087, 21/4522

✅ 320 Ja · ❌ 268 Nein · 2 Enthaltungen

Soziales

Worum ging es?

Der Bundestag beschloss die Umgestaltung des Bürgergelds zur neuen „Grundsicherung". Das Gesetz tritt ab Juli 2026 schrittweise in Kraft. Kernpunkte: verschärfte Mitwirkungspflichten, härtere Sanktionen (bis zu vollständiger Streichung bei Arbeitsverweigerung), Wegfall der einjährigen Karenzzeit beim Schonvermögen und Vermittlungsvorrang vor Weiterbildung. Der Leistungsbetrag bleibt unverändert.

CDU/CSU206 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 2 n.a.

  • Der Sozialstaat sei an einigen Stellen nicht mehr gerecht — deshalb werde das Bürgergeld abgeschafft und das Prinzip „Fordern und Fördern" gestärkt
  • Weiterbildung bleibe wichtig, aber nur dort, wo es wirklich Sinn mache — der Vermittlungsvorrang müsse wieder gelten
  • Europäische Freizügigkeit sei als Zuwanderung in den Arbeitsmarkt gedacht gewesen, nicht in die Sozialsysteme

AfD0 Ja · 132 Nein · 0 Enthaltungen · 18 n.a.

  • Die Koalition sei nicht entschlossen genug vorgegangen und mache gleichzeitig zu komplexe, bürokratische Vorgaben
  • Gute Ansätze liefen so wieder ins Leere — die Last für den Steuerzahler ändere sich kaum
  • Sozialleistungsmissbrauch müsse im Vorfeld verhindert statt erst hinterher geahndet werden

SPD113 Ja · 0 Nein · 2 Enthaltungen · 5 n.a.

  • Die Reform sei kein Systemwechsel, sondern ein Nachschärfen — insbesondere bei der Integration in Arbeit
  • Man bestrafe Menschen nicht pauschal: Wer mitmache, für den ändere sich nichts — 97 Prozent der Betroffenen seien von Sanktionsverschärfungen gar nicht betroffen
  • Man stehe an der Seite derer, die Hilfe benötigten — erwarte aber auch Einsatz, Ehrlichkeit und Verantwortung

Bündnis 90/Die Grünen0 Ja · 80 Nein · 0 Enthaltungen · 5 n.a.

  • Die Koalition stelle die Schwächsten an den Pranger und führe unmenschliche Sanktionen ein
  • Man solle die Perspektive armutsbetroffener Menschen einnehmen — dann würde man so ein Gesetz nicht beschließen
  • Es handele sich nicht um Grundsicherung, sondern um Grundmisstrauen gegenüber der eigenen Bevölkerung

Die Linke0 Ja · 55 Nein · 0 Enthaltungen · 9 n.a.

  • Sanktionen brächten keine stabile Beschäftigung — die Koalition setze auf Angst statt auf Vertrauen
  • Es werde eine Drohkulisse gegenüber Menschen im Niedriglohnsektor aufgebaut
  • Das sei der falsche Weg — der Staat solle in Menschen investieren, nicht sie bestrafen

Fraktionslose1 Ja · 1 Nein · 0 Enthaltungen · 1 n.a.


Quellen

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