Rückbaustopp für abgeschaltete Atomkraftwerke: Antrag abgelehnt
Amtlich: „Ablehnung eines Antrags zum Rückbau abgeschalteter AKW“
❌ Antrag abgelehnt · Beschlussempfehlung angenommen
449 Ja · 131 Nein · 0 Enthaltungen
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
Korrigiert am 11. September 2026: Gesamt- und Fraktionszahlen anhand der amtlichen Einzelstimmen korrigiert; fehlende Stimmen fraktionsloser Abgeordneter ergänzt, soweit betroffen. Ein Ja unterstützte die Empfehlung, den Antrag abzulehnen; diese Bedeutung wird jetzt ausdrücklich getrennt von den Rohstimmen erklärt.
Worum ging es?
Abgestimmt wurde namentlich über die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (21/386), den Antrag (21/220) abzulehnen. Ein Ja bedeutete Ablehnung des Antrags.
Die AfD-Fraktion forderte ein sofortiges Moratorium für den Rückbau bereits abgeschalteter deutscher Kernkraftwerke. Ziel des Antrags war, den laufenden Rückbau zu stoppen, damit die Anlagen erhalten bleiben und perspektivisch wieder ans Netz gehen könnten. Über die Beschlussempfehlung des Umweltausschusses, den Antrag abzulehnen, wurde namentlich abgestimmt.
CDU/CSU199 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 9 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
- Aus heutiger Sicht sei der Atomausstieg ein Fehler gewesen, doch einen realistischen Weg zurück gebe es nicht mehr.
- Der Antrag sei rückwärtsgewandt; statt um Rückbau zu streiten, solle man Infrastruktur und Know-how der Standorte für Innovation nutzen.
- Der Bund dürfe Standortkommunen, denen Einnahmen wegfallen und bei denen Zwischenlager bleiben, nicht alleinlassen.
AfD0 Ja · 131 Nein · 0 Enthaltungen · 20 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
für den Antrag
- Funktionierende, sichere Kraftwerke würden mutwillig zerstört; ein sofortiges Rückbau-Moratorium solle das stoppen.
- Erneuerbare seien teuer, wetterabhängig und unzuverlässig; nötig sei stattdessen planbarer, preiswerter Kernkraftstrom.
- Abgeschaltete Reaktoren könnten wieder ans Netz, während andere Länder weltweit auf Kernkraft setzten.
SPD114 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 6 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
- Betriebsgenehmigungen seien erloschen, Personal und alte Bauteile fehlten; selbst Betreiber wie RWE und EnBW hielten einen Rückbaustopp für unmöglich.
- Atomkraft sei die teuerste Form der Stromerzeugung, während Wind und Sonne für wenige Cent lieferten.
- Seit Abschaltung der letzten Reaktoren 2023 habe es keinen Blackout gegeben; das Netz zähle weiter zu den zuverlässigsten der Welt.
Bündnis 90/Die Grünen79 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 6 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
- Der Atomausstieg sei richtig und erfolgreich gewesen; die Stromausfallzeiten je Anschluss hätten sich seit der Abschaltung etwa halbiert.
- Atomkraft sei zu teuer, finanziell zu riskant und für Klimaziele ohnehin zu spät.
- Konzentrieren solle man sich auf die noch ungelösten Fragen der Entsorgung hochradioaktiver Abfälle statt auf neue atomare Risiken.
Die Linke56 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 8 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
- Der Antrag stütze sich auf Lobby-nahe Studien; unabhängige Analysen von Fraunhofer, Agora und DIW kämen zu anderen Ergebnissen.
- Ein vollständiges Erneuerbare-Energien-System sei technisch machbar, wirtschaftlich günstiger und sicherer.
- Die Behauptung, Atomenergie garantiere Versorgungssicherheit, halte dem europäischen Alltag nicht stand.
Fraktionslose1 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 1 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
Quellen
- Einzelergebnisse (XLSX): https://www.bundestag.de/resource/blob/1108254/20250911_1_xls.xlsx
- Protokoll: https://dserver.bundestag.de/btp/21/21021.pdf
- Beschlussempfehlung: https://dserver.bundestag.de/btd/21/003/2100386.pdf
- Amtliche Einzelstimmen: https://www.bundestag.de/resource/blob/1108254/20250911_1_xls.xlsx