Corona-Untersuchungsausschuss der AfD: Antrag abgelehnt
Amtlich: „Ablehnung eines Antrags zur Einsetzung eines 1. Untersuchungsausschusses“
❌ Antrag abgelehnt · Beschlussempfehlung angenommen
450 Ja · 146 Nein · 1 Enthaltungen
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
Korrigiert am 11. September 2026: Gesamt- und Fraktionszahlen anhand der amtlichen Einzelstimmen korrigiert; fehlende Stimmen fraktionsloser Abgeordneter ergänzt, soweit betroffen. Ein Ja unterstützte die Empfehlung, den Antrag abzulehnen; diese Bedeutung wird jetzt ausdrücklich getrennt von den Rohstimmen erklärt.
Worum ging es?
Abgestimmt wurde namentlich über die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung (21/805), den Antrag (21/573) abzulehnen. Ein Ja bedeutete Ablehnung des Antrags.
Abgestimmt wurde über den Antrag der AfD-Fraktion, einen 1. Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Coronapandemie einzusetzen (Drucksache 21/573). Parallel lag der Antrag von CDU/CSU und SPD vor, stattdessen eine Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Coronapandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ einzurichten. Der Geschäftsordnungsausschuss empfahl, die Enquete-Kommission anzunehmen und den Untersuchungsausschuss-Antrag abzulehnen.
CDU/CSU200 Ja · 0 Nein · 1 Enthaltungen · 7 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
- Eine Enquete-Kommission sei der richtige Weg, um nach vorn zu schauen und Lehren für künftige Pandemien zu ziehen, statt Parteienstreit zu führen.
- Ein Untersuchungsausschuss sei ein Kampfinstrument und tauge nicht zur sachlichen Aufklärung, sondern vertiefe die gesellschaftliche Spaltung.
- Politische Fehlerkultur heiße, Fehler zu analysieren und in funktionierende Systeme zu überführen; dafür sei die Enquete-Kommission geeignet.
AfD0 Ja · 145 Nein · 0 Enthaltungen · 6 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
für den Antrag
- Es brauche kein zweites Gremium, sondern einen Untersuchungsausschuss; eine Enquete-Kommission reiche für eine schonungslose Aufarbeitung nicht aus.
- Verantwortliche müssten identifiziert und Konsequenzen, auch strafrechtliche, gezogen werden, bevor Ansprüche verjähren.
- Die Maskenbeschaffung um den früheren Gesundheitsminister Spahn sei Vetternwirtschaft und müsse aufgeklärt werden.
SPD112 Ja · 1 Nein · 0 Enthaltungen · 7 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
- Die Enquete-Kommission solle prüfen, was gut und was schlecht gelaufen sei; es gehe nicht um Schuldzuweisung, sondern darum, aus der Pandemie zu lernen.
- Zwei Jahre nach dem Ende der pandemischen Lage sei der Zeitpunkt, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und Lehren zu ziehen.
Bündnis 90/Die Grünen83 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 2 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
- Die Pandemie müsse parlamentarisch aufgearbeitet werden; man habe sich gemeinsam auf eine Enquete-Kommission verständigen können.
- Ein Untersuchungsausschuss bleibe für die Aufklärung der Maskenbeschaffung um den früheren Gesundheitsminister Spahn richtig; die Enquete ersetze diese Aufklärung nicht.
Die Linke54 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 10 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
- Die Aufarbeitung der Pandemie über eine Enquete-Kommission werde unterstützt; ein eigener Antrag dazu sei bereits früher vorgeschlagen worden.
- Der AfD-Antrag sei unzureichend und decke gerade den Punkt der Maskenbeschaffung um Spahn nicht ab; ein Untersuchungsausschuss zu Spahn werde dennoch angestrebt.
Fraktionslose1 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 1 n.a.
Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen
gegen den Antrag
Quellen
- Einzelergebnisse (XLSX): https://www.bundestag.de/resource/blob/1099256/20250710_1_xls.xlsx
- Protokoll: https://dserver.bundestag.de/btp/21/21018.pdf
- Beschlussempfehlung: https://dserver.bundestag.de/btd/21/008/2100805.pdf
- Amtliche Einzelstimmen: https://www.bundestag.de/resource/blob/1099256/20250710_1_xls.xlsx