Bundeswehr-Einsatz im Libanon (UNIFIL) verlängert
Amtlich: Bundeswehreinsatz im Libanon (UNIFIL)
✅ 390 Ja · ❌ 179 Nein · 2 Enthaltungen
Worum ging es?
Abgestimmt wurde über die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der UN-Mission „United Nations Interim Force in Lebanon" (UNIFIL). Deutschland ist dort vor allem auf See vor der libanesischen Küste sowie in Stabsfunktionen eingesetzt; Aufgabe ist unter anderem die Unterbindung von Waffenschmuggel und die Ausbildung der libanesischen Marine. Aktuell ist die Fregatte „Brandenburg" mit über 200 Soldatinnen und Soldaten beteiligt.
CDU/CSU196 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 12 n.a.
- Nach dem Sturz des Assad-Regimes ergebe sich ein „Fenster der Gelegenheit", den libanesischen Staat zu stärken und die Hisbollah zurückzudrängen.
- Deutschland nehme eine Vertrauensstellung zwischen Libanon und Israel ein; UNIFIL diene auch dem Kontakt zwischen beiden Seiten.
- Jeder Beitrag zur Stärkung der offiziellen libanesischen Streitkräfte sei zugleich ein Beitrag zur Schwächung der Hisbollah.
AfD0 Ja · 127 Nein · 0 Enthaltungen · 24 n.a.
- Oberste Priorität sei der Schutz der Soldaten; sie würden in eine immer gefährlichere Umgebung geschickt, ohne dass der Mehrwert dies rechtfertige.
- Die Mission habe ihr Ziel nicht erreicht: Die Region sei nicht stabiler geworden, der Waffenschmuggel nicht nachhaltig unterbunden.
- Es fehle eine Exitstrategie; die Kräfte sollten dort konzentriert werden, wo sie einen sichtbaren Beitrag leisteten.
SPD114 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 6 n.a.
- Die Marine leiste seit 2006 einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung einer der gefährlichsten Regionen der Welt.
- UNIFIL zeige, dass internationale Zusammenarbeit und multilaterale Lösungen funktionieren könnten.
- Völker- und Menschenrechte müssten unabhängig von politischer Opportunität für alle gelten.
Bündnis 90/Die Grünen79 Ja · 0 Nein · 2 Enthaltungen · 4 n.a.
- UNIFIL stelle in der angespannten Lage einen der wenigen Kommunikationskanäle zwischen Hisbollah und Israel bereit und gewinne so an Bedeutung.
- Kritisiert wurde, dass die umfassende Mandatsevaluation ersatzlos gestrichen werden solle; das Parlament solle dies von der Regierung einfordern.
- Bemängelt wurde zudem die fehlende Sondersitzung der Ausschüsse angesichts der Lage im Nahen Osten.
Die Linke0 Ja · 52 Nein · 0 Enthaltungen · 12 n.a.
- Nach 19 Jahren Einsatz sei die Lage im Libanon nicht militärisch zu lösen und das Ziel, den Waffenschmuggel zu unterbinden, nicht erreicht.
- Es fehle eine selbstkritische Aufarbeitung; man spreche von Symbolpolitik, da Konfliktursachen nicht adressiert würden.
- Kritisiert wurden parallele Waffenexporte in die Region als Widerspruch zum erklärten Einsatzziel.
Fraktionslose1 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 1 n.a.
Quellen
- Einzelergebnisse (XLSX): https://www.bundestag.de/resource/blob/1096990/20250626_3_xls.xlsx
- Protokoll: https://dserver.bundestag.de/btp/21/21014.pdf