Bundeswehr im Südsudan: UNMISS-Mandat verlängert
Amtlich: Bundeswehreinsatz im Südsudan „Unmiss“
✅ 494 Ja · ❌ 72 Nein · 4 Enthaltungen
Worum ging es?
Der Bundestag entschied über die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der UN-Mission UNMISS im Südsudan. Das Mandat sieht eine Obergrenze von bis zu 50 Soldatinnen und Soldaten vor; aktuell sind 14 Soldaten und 6 Polizisten beteiligt. Die Mission soll die Zivilbevölkerung schützen, das Friedensabkommen begleiten und die Stabilisierung des Landes unterstützen.
CDU/CSU196 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 12 n.a.
- Die Fraktion verwies auf die humanitäre Notlage: rund 9 Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen, es drohten Bürgerkrieg, Cholera und Hungersnöte.
- Der Einsatz diene humanitärer Verantwortung wie auch deutschen und europäischen Interessen, etwa der Stabilität der Region.
- Die Soldatinnen und Soldaten schafften die Voraussetzung dafür, dass humanitäre Mittel die Menschen erreichten.
AfD117 Ja · 18 Nein · 3 Enthaltungen · 13 n.a.
- Die Fraktion kritisierte ein jährliches Verlängern „ohne Ziel, ohne Plan, ohne Bilanz" und forderte klare Erfolgskriterien und eine Exitstrategie.
- Man stimme dem Mandat zu, weil man eine Eindämmung von Gewalt, die Bekämpfung von Fluchtursachen und humanitären Zugang für machbar halte.
- Einzelne humanitäre Projekte, etwa zu „geschlechtergerechter KI", seien aus ihrer Sicht ideologisch und fehlinvestiert.
SPD108 Ja · 0 Nein · 1 Enthaltungen · 11 n.a.
- Die Fraktion beschrieb den Südsudan als einen der fragilsten Staaten; drei Viertel der Bevölkerung seien auf humanitäre Hilfe angewiesen.
- Ohne Stabilität gebe es keine humanitäre Hilfe und keine Entwicklungszusammenarbeit; der integrierte Ansatz verknüpfe beides.
- Sie warnte, dass humanitäre Prinzipien wie Neutralität und Unparteilichkeit zunehmend unter Druck gerieten, und warb für eine Stärkung der UN.
Bündnis 90/Die Grünen72 Ja · 1 Nein · 0 Enthaltungen · 12 n.a.
- Die Fraktion verwies auf UN-Berichte zur Protection of Civilians, wonach UNMISS jährlich Hunderttausenden Menschen Schutz biete.
- Der deutsche Beitrag sei klein, aber sinnvoll; die Verlängerung sei klug und richtig.
- Sie appellierte, Kürzungen bei humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurückzunehmen.
Die Linke0 Ja · 53 Nein · 0 Enthaltungen · 11 n.a.
- Die Fraktion lehnte das Mandat ab: Deutsche Soldaten hätten in anderen Ländern nichts zu suchen.
- Sinnvolle Elemente wie humanitäre Unterstützung und zivile Konfliktbearbeitung seien auch ohne Militär möglich und müssten priorisiert werden.
- Sie forderte stattdessen eine massive Aufstockung der humanitären Hilfe und kritisierte Kürzungen im entsprechenden Etat.
Fraktionslose1 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 1 n.a.
Quellen
- Einzelergebnisse (XLSX): https://www.bundestag.de/resource/blob/1116708/20251016_3_xls.xlsx
- Protokoll: https://dserver.bundestag.de/btp/21/21034.pdf