Erbschaft- und Schenkungsteuer: Antrag auf Abschaffung der Verschonungsregeln gescheitert

Amtlich: „Ablehnung eines Antrags zur Erbschaft- und Schenkungsteuer“

Bundestag, 8. Oktober 2026
Namentliche Abstimmung · Drucksachen 21/6647, 21/7081 Buchstabe c

❌ Antrag abgelehnt · Beschlussempfehlung angenommen

445 Ja · 132 Nein · 1 Enthaltungen

Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen

Wirtschaft & Finanzen

Worum ging es?

Abgestimmt wurde namentlich über die Beschlussempfehlung des Finanzausschusses (21/7081), den Antrag (21/6647) abzulehnen. Ein Ja bedeutete Ablehnung des Antrags.

Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zielte darauf ab, die sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung für Betriebsvermögen ab einem Übertragungswert von 26 Millionen Euro in der Erbschaft- und Schenkungsteuer abzuschaffen.

CDU/CSU199 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 9 n.a.

Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen

gegen den Antrag

  • Die Fraktion unterschied zwischen betrieblich gebundenem Vermögen — investiert in Maschinen, Anlagen und Gebäude — und freiem Vermögen; nur ersteres rechtfertige die Verschonungsregelungen.
  • Die Verschonungsregeln seien kein Geschenk an Unternehmer, sondern sicherten den Generationenwechsel von Familienunternehmen samt Arbeitsplätzen.

AfD135 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 15 n.a.

Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen

gegen den Antrag

  • Die Fraktion sah im Antrag eine Verschärfung der Erbschaftsteuer, die Familienunternehmen beim Generationenwechsel mit Steuerforderungen belasten würde, die nicht bar verfügbar seien — mit der Folge von Notverkäufen oder Mieterhöhungen.
  • Die Erbschaftsteuer sei grundsätzlich eine unmoralische Substanzsteuer, die Vermögen treffe, das bereits zigfach versteuert worden sei; die Fraktion fordere deren vollständige Abschaffung.
  • Die Verschonungsregeln abzuschaffen gefährde Planungssicherheit und Unternehmensnachfolgen; schon heute nennten laut KfW 45 Prozent der Mittelständler steuerrechtliche Komplexität als wesentliche Hürde.

SPD110 Ja · 0 Nein · 0 Enthaltungen · 10 n.a.

Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen

gegen den Antrag

  • Die Fraktion teilte die Analyse der Grünen, dass es um Leistungsgerechtigkeit bei sehr großen Vermögensübertragungen und weitreichenden Verschonungsmöglichkeiten gehe, und verwies auf ihr Konzept „FairErben".
  • Sie werde den Anträgen nicht zustimmen, weil seriöse Koalitionsarbeit nach dem Karlsruher Urteil Gespräche, Beratungen und Kompromisse erfordere — nicht Einzelbeschlüsse zu Detailpunkten im Plenum.
  • Die Fraktion begrüßte eine Initiative von über 90 Unternehmern, die sich für faire Besteuerung von Betriebsvermögen nach dem Leistungsfähigkeitsprinzip ausgesprochen hätten.

Bündnis 90/Die Grünen0 Ja · 77 Nein · 0 Enthaltungen · 8 n.a.

Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen

für den Antrag

  • Die Fraktion bezeichnete es als ungerecht, dass man bis zu 26 Millionen Euro oder mehr zu bis zu 94 Prozent steuerfrei erben könne.
  • Ökonomen — auch konservative — hätten festgestellt, dass diese Ausnahmen Marktineffizienzen und eine Ungleichbehandlung darstellten und abgeschafft werden müssten.
  • Die sieben namentlichen Abstimmungen seien bewusst gewählt, weil seit eineinhalb Jahren nichts umgesetzt worden sei.

Die Linke0 Ja · 54 Nein · 0 Enthaltungen · 10 n.a.

Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen

für den Antrag

  • Die Fraktion unterstützte das Ziel, die Verschonungsbedarfsprüfung abzuschaffen, forderte aber darüber hinaus eine weitergehende Milliardärsteuer.
  • Die vorliegenden Anträge seien das bare Minimum — nötig sei aber eine wesentlich weitergehende Reform der Vermögensbesteuerung.

Fraktionslose1 Ja · 1 Nein · 1 Enthaltungen · 0 n.a.

Ja = Antrag ablehnen · Nein = Antrag annehmen

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Quellen

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