Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: 50 Bezugnahmen ohne Tagesordnungspunkt
Worum ging es?
Auf der Tagesordnung standen an diesem Sitzungstag 4 Punkte. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stand auf keinem davon — und kam in allen 4 Aussprachen zur Sprache: 50 nachgewiesene Bezugnahmen von 21 Rednerinnen und Rednern aus 6 Fraktionen und Gruppen.
Was gesagt wurde
CDU/CSU
- „Mit Blick auf den vergangenen Sonntag und die Wahl in Sachsen-Anhalt will ich im Namen dieser Koalition vor allem eines feststellen: […] Sachsen-Anhalt ändert nichts am Reformbedarf, am Modernisierungsbedarf dieses Landes, liebe Kolleginnen und Kollegen.“ — Alexander Hoffmann, S. 11399
- „Gerade nach der Wahl in Sachsen-Anhalt muss klar sein: Das Gedenken an die Opfer des Holocausts und an die Opfer der beiden deutschen Diktaturen gehört zum Fundament unseres Landes.“ — Dr. Ottilie Klein, S. 11409
AfD
- „Die Wähler in Sachsen-Anhalt haben es Ihnen in der Sprache des demokratischen Souveräns mit aller Klarheit mitgeteilt: Schwarz-Rot ist vorbei.“ — Dr. Alice Weidel, S. 11367
- „Es ist der Tag drei nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.“ — Tino Chrupalla, S. 11390
- „Herr Klüssendorf, ich möchte voranschicken: Ihre Partei hat in Sachsen-Anhalt ein Wahlergebnis von 9 Prozent erreicht, und zwar deswegen, weil sie auch hier im Bundestag von Menschen wie Ihnen vertreten wird, die in ihrem Leben noch nie wertschöpfend gearbeitet haben.“ — Martin Reichardt, S. 11403
SPD
- „Wenn ich die Redebeiträge höre und mir vor Augen führe, wie wir schon wieder anfangen, uns unter den demokratischen Fraktionen mit kleinen Nickeligkeiten zu beharken, um einen kurzfristigen Geländegewinn zu erreichen, dann komme ich zu dem Schluss, dass wir nicht viel aus dem, was vor drei Tagen mit Blick auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt passiert ist, gelernt haben.“ — Tim Klüssendorf, S. 11400
- „[…] Die Wahlen in Sachsen-Anhalt sind eine Zäsur.“ — Katrin Zschau, S. 11411
Bündnis 90/Die Grünen
- „Sehr geehrter Herr Merz, ich sage Ihnen ganz persönlich: Ich nehme Ihnen Ihre Betroffenheit und Erschütterung über dieses schlimme Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt wirklich ab.“ — Katharina Dröge, S. 11378
- „Dafür erhalten Sie und eigentlich wir alle gerade die Quittung, und das nicht nur in Sachsen-Anhalt.“ — Claudia Müller, S. 11394
- „Ich glaube und nehme dem Bundeskanzler ab, dass ihn das Ergebnis von Sachsen-Anhalt schockiert hat.“ — Andreas Audretsch, S. 11404
Die Linke
- „Wenn man sich das Wahlergebnis vom Wochenende anschaut, ist das unverantwortlich, liebe Kolleginnen und Kollegen.“ — Sören Pellmann, S. 11386
- „Das in Sachsen-Anhalt war kein Warnschuss.“ — Heidi Reichinnek, S. 11397
Regierungsbank
- „[…] Sie haben ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt erzielt.“ — Friedrich Merz, S. 11371
Wie gezählt wurde
59 Fundstellen · 50 nachgewiesen · 9 ohne Nachweis Nachgewiesen heißt: dieselbe Rede benennt das Ereignis auch ausdrücklich; die übrigen bleiben ungezählt, weil sich dort nicht entscheiden lässt, ob es um das Ereignis oder um den Ort geht. Gesucht wurde im Stenografischen Bericht nach: „Sachsen-Anhalt“, „Landtagswahl“, „Wahlergebnis“, „Wahlsonntag“, „Wahlabend“. Welcher Begriff gesucht wird, ist die eine redaktionelle Setzung; alles Weitere folgt festen Regeln ohne Einzelfallentscheidung — je Rednerin und Redner die erste nachgewiesene Bezugnahme, je Fraktion höchstens 3, ausgewählt nach Regel, nicht nach Wirkung. Zwischenrufe innerhalb eines Zitats sind durch […] ersetzt.
Quellen
- Plenarprotokoll 21/92 (gedruckte Seiten 11367–11479): https://dserver.bundestag.de/btp/21/21092.pdf