Völkerstrafrecht verteidigen – Internationalen Strafgerichtshof vor Sanktio

Bundestag, 5. November 2026
Handzeichen · Gemeinsame Aussprache, 2 Vorlagen

Worum ging es?

Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen forderte die Bundesregierung auf, den Internationalen Strafgerichtshof gegen US-Sanktionen abzusichern. Konkret sollte der Zahlungsverkehr des Gerichts gesichert, die EU-Blocking-Verordnung auf diese Sanktionen ausgeweitet und die rund 900 Beschäftigten des Gerichts in Den Haag durch Deutschland geschützt werden. Über 2 Vorlagen wurde nach einer gemeinsamen Aussprache per Handzeichen einzeln abgestimmt.


1. Völkerstrafrecht verteidigen – Internationalen Strafgerichtshof vor Sanktio

Amtlich: „Völkerstrafrecht verteidigen – Internationalen Strafgerichtshof vor Sanktio“ · Drucksachen 21/8975, 21/8562

❌ Abgelehnt (Handzeichen)

Dafür: Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke · Dagegen: CDU/CSU, SPD, AfD

2. Völkerstrafrecht verteidigen – Internationalen Strafgerichtshof gegen Angri

Amtlich: „Völkerstrafrecht verteidigen – Internationalen Strafgerichtshof gegen Angri“ · Drucksache 21/8929

❌ Abgelehnt (Handzeichen)

Dafür: Die Linke · Dagegen: CDU/CSU, SPD, AfD · Enthalten: Bündnis 90/Die Grünen


Aus der gemeinsamen Aussprache

CDU/CSU

  • Die Fraktion betonte, das Völkerrecht funktioniere nur durch Macht zusammen mit Recht — ohne Verbündete habe man keine Chance.
  • Die Fraktion appellierte an den US-Kongress, die Sanktionen gegen den IStGH einzuhegen, und lobte die Bundesregierung für aktive Bündnis- und Völkerrechtspolitik.

SPD

  • Die Fraktion sah im IStGH eine der bedeutendsten zivilisatorischen Errungenschaften und forderte, Kriegsverbrecher konsequent zur Verantwortung zu ziehen.
  • Die Fraktion warnte, wer die Ukraine ihrem Schicksal überlasse, lasse die Gefahr nur näher an Europa heranrücken.

Bündnis 90/Die Grünen

  • Die Fraktion forderte, die USA müssten die Sanktionen gegen den IStGH zurücknehmen, damit die Institution arbeitsfähig bleibe.
  • Die Fraktion verlangte von der Bundesregierung konkrete Schritte: Zahlungsverkehr sichern, EU-Blocking-Verordnung erweitern und die Beschäftigten des Gerichts schützen.

Die Linke

  • Die Fraktion warf der Bundesregierung vor, das Vertrauen in die internationale Rechtsordnung aktiv zu untergraben, indem sie Haftbefehle in Zweifel ziehe.
  • Die Fraktion forderte, Deutschland solle sich der spanischen Initiative anschließen, US-Sanktionen in die EU-Blocking-Verordnung aufzunehmen, und den Fall Iran dem IStGH vorlegen.

Quellen

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