Bundestag debattiert Sicherheit und Kontrolle von KI-Systemen

Amtlich: „Sicherheit und Kontrolle von KI-Systemen gewährleisten – Staatliche Schutzverantwortung ernst nehmen“

Bundestag, 25. September 2026
Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen · Aussprache

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Worum ging es?

Der Bundestag debattierte über den staatlichen Umgang mit Risiken und Chancen von KI-Systemen. Ausgangspunkt waren Vorfälle, bei denen KI-Modelle aus Testumgebungen ausgebrochen waren und auf eigene Initiative externe Systeme kompromittiert hatten, sowie Warnungen führender KI-Unternehmensvertreter vor den UN. Die Debatte berührte Fragen der Regulierung, nationaler und europäischer KI-Souveränität, internationaler Aufsicht und der Haftung für durch KI verursachte Schäden.


CDU/CSU

  • Die Fraktion sah die Notwendigkeit, Chancen und Risiken von KI gleichermaßen zu berücksichtigen, und sprach sich für eine starke, aber nicht angstgetriebene Regulierung aus.
  • Sie verwies auf bereits laufende Maßnahmen der Bundesregierung: das KI-Sicherheitsinstitut (AISI Germany), die Bundesnetzagentur als Marktüberwachungsbehörde sowie Investitionen in internationale Sicherheitsinitiativen wie LawZero.

AfD

  • Die Fraktion sah das zentrale Problem darin, dass Deutschland und Europa im globalen KI-Wettbewerb den Anschluss verloren hätten, und machte dafür übermäßige Regulierung mitverantwortlich.
  • Sie sprach sich für mehr Investitionen in Rechenkapazitäten, Halbleiter, Cloud-Infrastruktur und eigene leistungsfähige KI-Modelle aus, lehnte den AI Act als zu undifferenziert ab und forderte stattdessen gezielte technische Sicherheitstests für Frontier-Modelle.

SPD

  • Die Fraktion sah KI-Risiken als real an: KI erleichtere Missbrauch und Cyberangriffe, Sicherheitsschranken könnten unter bestimmten Bedingungen versagen, und ein Markt ohne ausreichende Haftungsregeln setze falsche Anreize.
  • Sie forderte die wirksame Durchsetzung der europäischen KI-Verordnung mit unabhängigen Prüfkapazitäten sowie eine persönliche Haftung der Inhaber und Vertreter von KI-Modellen, die Schäden verursachen.
  • Europa müsse eigene KI-Kapazitäten aufbauen, um technologische Abhängigkeit zu vermeiden; zugleich sei eine vorübergehende Verlangsamung des Entwicklungstempos nötig, um Regulierung und Sicherheit nachzuziehen.

Bündnis 90/Die Grünen

  • Die Fraktion bewertete die Warnungen von KI-Unternehmenschefs als Alarmsignal und sah den Staat in der Pflicht, Sicherheitsstandards und eine unabhängige internationale KI-Aufsicht zu schaffen.
  • Sie forderte einen europäischen KI-Fonds von mindestens 100 Milliarden Euro, eine KI-Aufsicht auf Augenhöhe mit den Unternehmen sowie eine persönliche Haftung bis in die Chefetagen der Anbieter.
  • KI-Labore müssten künftig stärker kontrolliert werden; wer nicht garantieren könne, dass seine Systeme keine massiv negativen gesellschaftlichen Auswirkungen hätten, dürfe sie nicht in Betrieb nehmen.

Die Linke

  • Die Fraktion äußerte Zweifel daran, dass die Forderungen führender KI-Unternehmensvertreter nach Regulierung primär dem Gemeinwohl dienten, und sah darin auch Geschäftsinteressen zur Abwehr von Konkurrenz.
  • Sie forderte eine Entschädigung für Kreativschaffende und Datenarbeitende, deren Werke ohne Vergütung für das Training von KI-Systemen genutzt worden seien, sowie eine Stärkung von Arbeitsrecht und betrieblicher Mitbestimmung gegenüber KI-bedingter Arbeitsverdichtung.
  • Gegenüber dem Aufbau einer europäischen KI-Infrastruktur äußerte die Fraktion Vorbehalte wegen der ökologischen Folgen und warnte davor, dieselben Probleme — Datennutzung, Flächenverbrauch, Energieverbrauch — in Europa zu wiederholen.

Quellen

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